Historisches: Gestern & Heute

KI-kolorierte Bilder aus Attenhausen

  • Volksschulklasse mit Lehrer Quirmbach 1927/28
  • Pflaumen entsteinen, v.l. Greta Schultheis, Johanette Maxeiner, Anna Klein, Ella Schmidt und Paula Wulf
  • Wilhelm Fachinger am Zügel des Selbstbindemähers
  • Franz Wulf mit dem ersten Büssing III LKW etwa 1929. IT war das Kennzeichen von Hessen-Nassau
  • Kuhgespann mit Henni Klöppel-Hannese am Zügel
  • Die Pflaumenernte wird von einem Duisburger Händler abgeholt

Geplanter Bau einer ev. Kirche in Attenhausen

evangelische Kirche in Attenhausen
evangelische Kirche in Attenhausen Das Projekt in einer virtuellen Ansicht



So hätte es sein können! Um die Jahrhundertwende zum zwanzigsten Jahrhundert gab es Bestrebungen, Attenhausen mit einer eigenen evangelischen Kapelle / Kirche auszustatten. Schließlich war hier das einzige Dorf im Umland ohne eigene Kapelle zur Andacht für die gläubigen Mitbewohner der Gemeinde. Kördorf, Seelbach, Obernhof hatten alle eine eigene Kirche. In Singhofen gar gab es mit dem "Einrichdom" sogar eine überregionale Großkirche.

Die Anstrengungen der Gemeinde gipfelten um 1900 in einem Vorentwurf mit Bauzeichnungen des Neubaues. Sogar einen Lageplan für die Baustelle gab es, inmitten des Ortes zwischen den Parzellen sollte der Bau erstellt werden.
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Kirchenprojekt 1900

virtuelle KI-Außenansicht virtuelle KI-Innenansicht Querschnitt mit Innenansicht Seitenansicht Lageplan im Ort Vorderansicht virtuelle Seitenansicht durch KI mit unterschiedlichen Merkmalen

Attenhäuser Philipp, 1894 - 1961

Attenhäuser Philipp 1954
Attenhäuser Philipp 1954 Im Jahre 1954 zu seinem 60. Geburtstag aufgenommenes Bild von Manfred Hofmann. Original schwarz/weiß, mit KI farbig bearbeitet

Bänkelsänger und Uhrensammler

Philipp Marx
Philipp Marx Bildvorlage mit KI in Farbe umgewandelt


Der „Attehäuser Philipp“, am 26. April 1894 als Philipp Marx geboren, gehörte zu den wenigen Originalen, die weit über die Grenzen des Kreises bekannt waren.

Als Sohn eines Schusters und Musikers liebte er das Wanderleben, die Freiheit und das weite Land. Wie ein Handwerksbursche wanderte er von Ort zu Ort, arbeitete bei den Landwirten und hackte Holz. Häufig bekam er hier auch ein Essen und durfte in der Scheune oder im Stall übernachten. Mancher Landwirt war sich zunächst nicht darüber im Klaren, welch schier unglaubliche Nahrungsmengen unser „Philipp“ verdrücken konnte. Er war jedoch nicht verwöhnt und aß alles, was auf den Tisch kam.

Seit seiner Schulentlassung um die Jahrhundertwende ging der Philipp in die Dörfer singen. Er tat es schlecht und recht mit einer einzigartigen, fast unnachahmlichen Stimme und die Alten lächelten weise, wenn die Kinder hinter dem einfältigen und gutmütigen Menschen herliefen – hatten sie es doch einst genauso gemacht. Seit Jahrzehnten erschien an Ostern, Pfingsten und vor Weihnachten der Philipp, um sich den „Tribut“ abzuholen für seinen „erhebenden“ Gesang im Jahreslauf. In unserer Heimat dürfte es wohl niemanden geben, der nicht irgendein persönliches Erlebnis mit dem Holzphilipp von Attenhausen verbindet. Der fahrende Sänger liebte es, in fröhlicher Runde seinen einmaligen Liedschatz vorzutragen. Hierbei mischte er Schlager und Kirchenlieder textlich und melodisch derart durcheinander, dass bei seinen Auftritten kein Auge trocken blieb. Zur allgemeinen Erheiterung sang er zum Beispiel: „ Wer hat denn den Käse zum Bahnhof gerollt?“ und im Anschluss: “Näher mein Gott zu Dir.“

Unser „Philipp“ hatte eine ganz besondere Vorliebe für alte Uhren, die er gar nicht lesen konnte, aber er freute sich ganz besonders über ihr Ticken. Seine gesammelten Werke stammten aus dem Einrich, Hunsrück und Westerwald. Die Wohnung glich einem Uhrenmuseum, das er ängstlich und misstrauisch selbst vor dem Anschauen anderer Leute hütete.


In einem ganz besonderen Rahmen hatte der „Philipp“ im Jahre 1954 seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die „Festlichkeiten“ begannen bereits eine Woche zuvor. Der Philipp hatte schon lange in seinem „Territorium“ Eier, Fett und Mehl zu Kuchenbacken gesammelt und Gäste von überall her eingeladen. Welch eine Freude war damals bei Philipp in seinem kleinen Häuschen eingezogen! Am nächsten Tag aber trieb es ihn schon wieder von daheim fort. „Die Leute freuen sich immer, wenn ich komme“, meinte er stolz, “und ich verdiene mir mein Geld selbst!“ In jeder Gemeinde hatte er seine Vertrauenspersonen, von denen er sich seine Barschaft zählen ließ. Vom musikalischen Wirken des „Letzten Bänkelsängers“ sind zum Glück noch Tonbandaufzeichnungen für die Nachwelt erhalten geblieben.

Unser „Philipp“ durchstreifte seine Heimat kreuz und quer auf Schusters Rappen und lebte so vom Wohlwollen der Dorfleute ein abwechslungsreiches Leben bis er am 1. Mai 1961 verstarb.

Quelle: Festschrift 850 Jahre Attenhausen 1142 - 1992

Quelle: Artikel von Horst Schaefer aus der Rhein-Lahn-Zeitung 1996 nach den Erzählungen des Wasenbacher Schullehrers Manfred Hofmann.

Bomben auf Attenhausen

Gedenkläuten zum 80. Jahrestag

Die Ortsgemeinde plant, am 25. Februar 2025 zur 80jährigen Wiederkehr des Ereignisses, mit der Rathausglocke ein 10minütiges Trauerläuten anzustimmen.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges lagen die Städte Deutschlands mit ihren Industrieanlagen, den Eisenbahnknotenpunkten und Brücken zumeist in Trümmern. Im Gegensatz dazu war das flache Land relativ unbeschadet davongekommen. Umso merkwürdiger erscheint uns der Bombenangriff auf ein strategisch unbedeutendes Dorf im Nassauer Land. Die Stadt Nassau selbst hatte bereits Anfang Februar, am 1. und 2. Februar des Jahres 1945, zwei schwere Angriffe erlebt und ein weiterer, noch schwererer, sollte am 19. März erfolgen. Da waren die Ziele aber eher die Infrastruktur gewesen. So war die Kettenbrücke über die Lahn und die doppelgleisige Eisenbahnstrecke zwischen Koblenz und Limburg ein interessanteres strategisches Ziel der Alliierten, um der deutschen Wehrmacht den Bewegungsraum zu nehmen. Dann am 25. Februar ein Angriff auf Attenhausen.

Man kann über die Gründe nur spekulieren, die die vier Bomber, vermutlich B-26 Marauder der 9. USAF, dazu bewegten, ihre je 1800 kg Bombenlast um 13:07 Uhr in den kleinen Ort abzuladen. Großräumige Durchgangsstraßen sind nicht vorhanden und die Flak-Geschütze der Fliegerabwehr waren in Singhofen entlang der Bäderstraße gruppiert. Auch die Vorstellung, damit den lokalen Ortsgruppenleiter der NSDAP zu treffen, kann nur spekulativ sein. Vielleicht wollte der Verband auf dem Rückflug zu seinen Feldflugplätzen in Frankreich nur die Bombenlast loswerden und traf damit einen völlig unbeteiligten Ort.

Tragisch war der zehnminütige Angriff an einem schönen Sonnentag auf das Dorf trotzdem. Zwölf tote Einwohner waren an diesem wolkenfreien Konfirmations-Sonntag nach dem nur 10-minütigen Bombenangriff zu beklagen. Zehn Personen wurden sofort in den Trümmern ihrer Häuser erschlagen, zwei weitere starben anschließend im Lazarett in Scheuern. 68 Häuser waren schwer, teils leicht beschädigt. Die meisten hatten keine Scheiben mehr, einige Dächer waren abgedeckt. Auch die alte Schule hatte der Luftdruck der Explosionen schwer mitgenommen, eine Decke im oberen Stock war eingebrochen, Fensterrahmen und -scheiben geborsten. Lehrerin Maria Hoß notierte, dass zwei ihrer Schülerinnen den Tod gefunden hatten.

Die Namen der Opfer, heute noch auf dem Krieger-Ehrenmal nachzulesen, waren:
Heinrich Hanewald sen., Karoline Hanewald, Heinrich Hanewald jun., Toni Meisner, Marlit Meisner, Wilhelmine Dillenberger, Lina Dillenberger, Hilde Dillenberger, Ruth Brundert, Amanda Bruchhäuser, Willi Bingel, Paul Boris.
Unter den Toten war auch ein französischer Kriegsgefangener im Zwangseinsatz bei Bauern. Aus den benachbarten Lagern kamen ein französischer Feldgeistlicher und weitere Soldaten, um ihrem Kameraden das letzte Geleit zu geben.

Bleibt zu hoffen, dass unser Dorf auch in bewegten Zeiten wie diesen, wo an allen Ecken der Welt Konflikte den Erdball erschüttern, nicht wieder unvermittelt mit Bomben oder Raketen angegriffen wird.

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Quellen: Rhein-Lahn-Zeitung vom 25./26.02.1995. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. Geschichtsverein Nassau, Dr. Meinhard Olbrich. Sturm am Mittelrhein, Stefan Michels. Bilder: eigene, B-26 Wikipedia

Friedhofskapelle

mit KI kolorierte schwarz/weiß Bilder

Feier am Ehrenmal 1953 mit Lehrer Blume anl. 75. Jubiläum Gesangsver.
Volksschulklasse 22.03.1930 mit Lehrer Quirmbach
Ortsstraße um 1930
Dreschscheune mit "der Schworz" Dampfmaschine
Franz Wulf 1929, erster LKW
Bild KI bearbeitet

Luftbilder

Alte Schule

Dreschscheune

Hof mit Dreschmaschine bei Familie Paul

Reusch Haus

Ortsstrasse Haus

Ortsstrasse

Remise

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Bild KI bearbeitet